Biologische Entgiftung und Ausleitung:

Biologische Basisbehandlung in der Naturheilkunde ist die Aktivierung und Pflege der Ausscheidungsfunktionen. Hierzu gehört vor allem eine Ausscheidungsanregung über die Ausscheidungsorgane Darm, Lunge, Niere, Haut und Schleimhäute.

Aufgabe dieser Entgiftungssysteme ist die Eliminierung so genannter endogener Schadstoffe. Hierunter werden z.B. Krankheitserreger und deren Produkte, Giftstoffe und Stoffwechselschlacken gezählt. Als Schlacken werden ausscheidungspflichtige Zwischen- und Endprodukte des Stoffwechsels bezeichnet, die häufig in zu großer Menge gebildet oder nicht ausrechend weiter- und abtransportiert werden. Diese Stoffe werden z.B. in weniger gut durchblutete Bindegewebsräume wie Sehnen, Bänder, Knorpel eingelagert. Stoffwechselschlacken entstehen z.B. als Endprodukte des Purinstoffwechsels wie Harnsäure (Gichtanfall) und des Muskelstoffwechsels wie Milchsäure (Laktatazidose).

Gewebe, in denen nur ungenügend saure Stoffwechselprodukte entfernt werden, übersäuern. Der Patient empfindet dadurch Schmerz und Verspannung, der Therapeut kann Veränderungen des Bindegewebsmilieu wie Verquellungen und Muskelknoten feststellen.

Es ist davon auszugehen, dass der Prozess einer Verschlackung und Übersäuerung neben weiteren Ursachen (z.B. Fehlstatik, Bindegewebs¬schwäche, Trauma) einen nicht unbedeutenden Anteil bei der Entwicklung von degenerativen Erkrankungen wie Bandscheibenschäden und Gelenkknorpelzerstörung (Arthrose) einnimmt.

Intakte Ausscheidungssysteme von Niere, Darm, Haut und Atmung scheiden die anfallenden Giftstoffe weitestgehend wieder aus. Deshalb ist aus naturheilkundlicher Sicht die Pflege und Anregung dieser Organe so wichtig.

Ausscheidungssystem Darm

Der Darm spielt die größte Rolle als Entgiftungssystem. Als Hauptentsorgungssystem des Körpers ist er für die Entfernung von Gift- und Schlackenstoffen besonders wichtig. Bei wiederkehrenden Störungen in diesem Bereich kann es zur so genannten Autointoxikation mit vielfältigen Wirkungen auf die Bewegungsorgane kommen. Die Sanierung des Darmes nimmt in der naturheilkundlichen Behandlung eine zentrale Stellung ein.

Ausscheidungssystem Lunge

Die Lunge als Ausscheidungsorgan ist vor allem für die Entsorgung von Kohlendioxid und für die Regulierung des Säure-Base-Haushaltes wichtig.

Atembewegungen verbessern den Rückfluß von Blut und Lymphe, massieren physiologisch die Bauchorgane und regen die Darmperistaltik an. Gezielte Atemtherapie eignet sich in der Orthopädie als Basisschmerztherapie.

Ausscheidungssystem Haut

Über Talg- und Schweißdrüßen werden Harnstoff, Harnsäure, aber auch giftige Stoffwechsel-produkte des Darmes (z.B. Gärungs- und Fäulnisstoffe des Darmes) ausgeschieden. Im naturheilkundlichen Sinne wird die Haut oft als dritte Niere bezeichnet. Eine Giftausleitung über die Haut durch Schwitzen wird in der Naturheilkunde traditionell als Basismethode angewendet (Sauna, Sport, Hyperthermie).

Auscheidungssystem Niere

Die Nieren dienen der Ausscheidung von Stoffwechselschlacken und -giften. Sie eliminieren vor allem harnpflichtige Substanzen wie stickstoffhaltige Abbauprodukte (Harnsäure). Darüber hinaus regulieren die Nieren den Wasser- und Mineralhaushalt sowie das Säure-Basen-Gleich-gewicht, bei letzterem durch die Eliminierung saurer Stoffwechselendprodukte.

Funktionseinschränkungen der Ausscheidungsorgane haben direkt (Gicht, Hyperurikämie, Chondrokalzinose) oder indirekt (Verschlackung des Bindegewebes, Übersäuerung, Schwermetallbelastung) auch eine wesentliche Bedeutung für die Bewegungsorgane.