Säure-Basen-Ausgleich

Ein natürliches Säure-Basen-Verhältnis trägt wesentlich dazu bei, dass Körper und Geist reibungslos funktionieren. Jede Verschiebung dieses Gleichgewichts kann eine Gefährdung der Gesundheit und ein erhöhtes Risiko für psychische und organische Störungen bewirken.

Ursachen einer vermehrten Säurebelastung

eine vermehrte Säureaufnahme über die Ernährung, dies gilt vor allem für aminosäurereiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Käse und Eier und andere säurefördernde Nahrungsmittel wie raffinierter Zucker, Süssigkeiten etc.

  • eine verminderte Basenaufnahme: verringerter Konsum von basischen und neutralen Nahrungsmittel wie heimisches Gemüse, Kartoffeln und Vollkronprodukte, dazu kommt eine Abnahme von Mineralien im Boden (z.B. durch sauren Regen, Obst und Gemüse haben heute oft eine geringere basische Wertigkeit)
  • verminderte Säureausscheidung: z.B. durch geringeres Ausschwitzen und Abatmen von Säuren infolge Bewegungsarmut
  • Lebensweise mit hohem Stresspegel

Was passiert bei einer Übersäuerung

Die vermehrte Säurebelastung führt zunächst zu einer so genannten latenten Azidose. Hierunter wird ein Zustand bezeichnet, bei dem die basischen Pufferreserven im Blut schon teilweise verbraucht wurden, es aber noch nicht zu einer pH-Veränderung gekommen ist. Bei zahlreichen Patienten mit chronischen Erkrankungen kann eine solche Abnahme der Basen-Puffer-Reserven festgestellt werden, wie z. B. durch chronische Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Nervosität, häufige Erkältungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Rheuma.

Biochemischer Hintergrund

Das Säure-Basen-Gleichgewicht kann im Körper durch mehrere Systeme reguliert werden: der Gasaustausch in den Lungen, die Pufferkapazität des Blutes und die Ausscheidungsmechanismen über den Schweiss und die Niere.

Im Blut liegt der pH-Wert optimalerweise zwischen 7,35 und 7,45. Bei einer unphysiologisch hohen Säureflut stoßen die körpereigenen Puffersysteme an ihre Grenzen. Die Säureausscheidung ist behindert, saure Stoffwechselprodukte lagern sich im Bindegewebe ab, was zu einer Übersäuerung des gesamten Organismus führen kann.

Wie äußert sich eine chronische Übersäuerung?

  • Schnelle Ermüdbarkeit, allgemein verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • Kälte der Hände und Füße, schnelles Frieren
  • Kopfschmerzen
  • Appetitmangel, Sodbrennen, Übelkeit
  • Gesteigerte Infektanfälligkeit
  • Reizbarkeit, Nervosität

Wie wird eine Übersäuerung diagnostiziert?

  • Messung des pH- Wertes im Morgenurin mit pH-Teststreifen
  • BETA- Analyse (elektronische Messung des pH- Wertes in Blut, Speichel und Urin)
  • Mineralstoffanalyse des Vollblutes.
  • Säure-Basen-Titration nach Sander: herbei sammelt der Patient an einem Testtag fünf Harnproben um 6, 9, 12, 15 und 18 Uhr, im Labor wird neben der Messung der pH-Werte eine Bestimmung der Pufferkapazität (Aziditätsquotient) der Harnproben vorgenommen, es wird also nicht nur der pH-Wert, sondern vielmehr auch eine Pufferreserve bestimmt;

über den Tag verteilt sollte ein Wechsel von Säure- und Basenfluten erkennbar sein, fehlt dieser Wechsel, ergeben sich Hinweise auf eine gestörte Regulation.

Wie kann die Azidose behandelt werden?

  • Ausschluß und gegebenenfalls adäquate Therapie einer Grunderkrankung, z.B. diabetische Stoffwechsellage
  • Änderung der Ernährung mit einem vermehrten Verzehr von basischen und neutralen Nahrungsmitteln und Getränken (Gemüse, Kartoffeln etc.), gleichzeitige Einschränkung säurebildender Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst, raffinierter Zucker etc.
  • Basenzufuhr über basische Mineralsalzkombinationen (z.B. aus Natriumbikarbonat, Calcium, Magnesium und Kalium, zur Akutbehandlung sind auch Baseninfusionen oder Basenbäder möglich.
  • Adjuvante naturheilkundliche Therapiemöglichkeiten wie Substitution eventueller Defizite bei Mineralstoffen und Spurenelementen, Darmsanierung (Hemmung von Fäulnisbakterien und eine damit verbundene Darmgärung), Regulationstherapie, Ausleitungsverfahren, Abbau von Stress durch Entspannungstherapie, Bewegung (Säureausscheidung über den Schweiß und Abatmung über die Lunge) etc.