Geschichte der Traditionellen Chinesischen Medizin

 

Die Ursprünge der Traditionellen Chinesischen Medizin liegen weit zurück: Einige Experten gehen davon aus, dass sie in China vor mehr als 2000 Jahren entstanden ist, andere gehen noch weiter zurück und sprechen sogar von mehr als 6000 Jahren. Fest steht aber, dass das eigenständige Heilkundesystem im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt wurde. So wurde die TCM in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die westliche Medizin durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik viel beachtete Erfolge hervorbrachte, in den Hintergrund gedrängt und in der von westlichen Ideologien regierten chinesischen Republik fast ausgelöscht.

Das Interesse an der TCM erwachte wieder in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als klar wurde, dass die westliche Medizin trotz ihres Fortschritts vor allem bei der Behandlung chronischer Erkrankungen Grenzen hat. Zudem hatten die Kommunisten in China die Macht ergriffen und angeordnet, dass die TCM als nationales Eigenwerk erforscht und verbessert werden sollte. Später kamen Einflüsse aus der westlichen Medizin hinzu, sodass die TCM, die westliche Medizin und die Kombination aus beidem schließlich zu drei eigenständigen Heilkundesystemen wurden.

Im heutigen China ist die TCM stärker mit der westlichen Medizin verbunden als im Westen. Obwohl es eigene Krankenhäuser für TCM und für westliche Medizin gibt, gehört zum Studium der fernöstlichen auch die westliche Heilkunde. Außerdem können Ärzte für TCM westliche Medikamente verschreiben.

Im deutschen Gesundheitswesen ist die Traditionelle Chinesische Medizin mittlerweile weitgehend etabliert. So gibt es Fachgesellschaften, in denen Wissenschaftler, Ärzte und Therapeuten - also Forscher und Anwender der TCM - organisiert sind. Sie bieten zum Beispiel Fort- und Weiterbildungen an und helfen Patienten und Interessierten mit Informationen weiter.