Osteoporose-Schwerpunktpraxis

Übungen für Osteoporose-Patienten

Die neuesten Forschungen zeigen auch immer wieder die Bedeutung der Bewegungstherapie bei der Behandlung der Osteoporose. Zum einen braucht der Knochen die Belastung, damit er genügend Nährstoffe einlagert. Die Bewegungstherapie ist jedoch auch ein wesentlicher Faktor, um sein Gleichgewicht besser halten zu können. Dadurch ist das Risiko für Knochenbrüche als Folge eines Sturzes gemindert. Viele Physiotherapie-Praxen bieten zwischenzeitlich auch Kurse für Osteoporose-Betroffene an. Hier werden gezielte Bewegungsformen erlernt, die auch als Eigentraining die Beschwerden und das Knochenbruchrisiko mindern, z. B. mit durch Training von:

  • Beweglichkeit
  • Ausdauer
  • Koordination
  • Entspannung
  • Kraft
  • Gleichgewicht
  • Körperhaltung

Übungen für Osteoporose-Patienten

Das folgende Übungsprogramm wurde uns von Prof. Dr. med. M. Fischer aus Kassel zur Verfügung gestellt. Es wurde in Zusammenarbeit mit Martin Hannappel, Physiotherapeut am Reha-Zentrum des Klinikums Kassel erarbeitet. Wir danken sehr herzlich dafür.

Durchführung der Übungen

Die Übungen sind so gestaltet, dass Sie täglich mehrmals üben können. Muten Sie sich nicht zu viel zu. Planen Sie das Üben fest in Ihren Tagesablauf ein. Am besten als Ritual, z. B. morgens, mittags und abends jeweils 10 - 15 Minuten. Sollten während einer Übung Schmerzen auftreten, brechen Sie die Übung ab und teilen Sie dieses Ihrem Arzt beim nächsten Besuch mit. Beim Durchführen der Übungen nie in den Schmerz hinein arbeiten. Sollten Sie Lagerungsprobleme haben, können Sie jederzeit ein Handtuch, Kissen oder Ähnliches unter Kopf, Brust oder Bauch legen.

Es kommt auf Sie an!

Wie viel Sie üben, entscheiden Sie selbst. Sie müssen nicht alle Übungen auf einmal durchführen. Sie können sich selbst ein Programm aus den Übungen zusammenstellen. Die Hauptsache ist, dass Sie üben!

Wichtige Hinweise

Atmen Sie bei allen Übungen unbedingt weiter. Nicht die Luft anhalten und nicht pressen. Als Hilfe können Sie bei den Übungen laut oder im Stillen bis 6, 9 oder 12 zählen, je nachdem, wie lange Sie die Übungen durchführen wollen.

Übungen in der Rückenlage

Zuerst in alle Richtungen dehnen und strecken! "Räkeln".

  • A. Gestreckt auf den Rücken legen und die Fußspitzen nach unten drücken.
  • B. In derselben Ausgangsstellung wie Übung A, die Fersen fest in die Unterlage drücken, die Fußspitzen anziehen.
  • C. Die Fäuste jeweils rechts und links hinter den Kopf kräftig gegen das Bettende oder die Wand drücken.
  • D. Die Arme seitlich ausstrecken und kräftig gegen die Unterlage drücken. Die Handflächen zeigen nach oben. 

Übungen für die Bauchmuskulatur

Die Beine sind bei allen drei Übungen angestellt, so dass die Füße gut auf der Unterlage stehen können.

Die Fußspitze anziehen. Zur Unterstützung der Lendenwirbelsäule können Sie ein Handtuch oder Kissen unterlegen.

  • A.Den Kopf leicht anheben und 6, 9 oder 12 Sekunden halten.
  • B. Den Kopf und die Schulter leicht anheben und 6, 9 oder 12 Sekunden halten.
  • C. Den Kopf, die Schultern und die Arme leicht anheben und 6, 9 oder 12 Sekunden halten

Übungen im Sitzen

  • A. Aufrecht auf einem Stuhl sitzen. Das Gesäß ist soweit wie möglich nach hinten auf der Sitzfläche platziert. Heben Sie einen Unterschenkel hoch, strecken Sie das Knie und schieben dann die Ferse nach vorn heraus. Das selbe mit dem andern Bein. Achten Sie darauf, dass Ihr Rücken dabei nicht krumm wird. Als Hilfsmittel sitzen Sie direkt an der Wand oder benutzen einen Stuhl mit Lehne.
  • B. Aufrecht auf einem Stuhl sitzen, ohne sich anzulehnen. Die Beine stehen etwas mehr als hüftbreit auseinander. Mit den Händen drücken Sie die Knie nach innen, gleichzeitig drücken Sie Ihre Beine auseinander. Während der Übung bewegen sich die Knie nach innen, bis sie sich leicht berühren und dann wieder nach außen bis zur Ausgangsstellung. 

Übungen im Stehen (sind auch im Sitzen möglich)

  • A. Die gebeugten Arme bis in Schulterhöhe heben und die Fingerspitzen beider Hände fest gegeneinander drücken.
  • B. Ausgangsstellung wie bei Übung A. Die Handflächen so fest wie möglich gegeneinander drücken.
  • C. Vor der Brust die Handgelenke fassen und versuchen, sie auseinander zu ziehen. Als Hilfsmittel können Sie auch ein Handtuch verwenden. Sie ziehen das Handtuch auseinander
  • D. Wie die Übung C, nur die Handgelenke hinter dem Rücken fassen. Als Hilfsmittel können Sie ein Handtuch verwenden. Sie ziehen das Handtuch auseinander.