Behandlungsleitlinien

"evidence based medicine"

Unsere Diagnostik- und Therapieempfehlungen beruhen nicht auf der Meinung Einzelner, sondern gründen z. B.

Evidenzbasierte Medizin bedeutet aber nicht, dass die eigene Erfahrung des Arztes außer Acht gelassen wird. Auch die persönlichen Lebensumstände des Patienten müssen in eine Entscheidungsfindung mit einfließen. Dies wird bei der Diskussion über evidenzbasierte Medizin (EBM) häufig vergessen. EBM dient nicht primär der Kosteneinsparung, sondern der bestmöglichen Versorgung unserer Patienten. Das heißt im Klartext, dass eine gute Behandlung auch einmal von vorhandenen Leitlinien abweichen kann oder muss.

 

Nach Sacket, einem der Begründer der EBM arbeitet ein Arzt also dann „gut“, wenn er nicht nur die beste verfügbare externe Evidenz (d.h. sinngemäß das Wissen Dritter oder anderer), sondern insbesondere auch eigenes Wissen und in der universitären Aus- und Fortbildung sowie die in der klinischen Praxis gesammelte persönliche klinische Erfahrung (d.h. seine interne Evidenz) nutzt, um die gesundheitlichen/medizinischen Probleme seiner Patienten – unter Berücksichtigung deren individueller Erwartungen und Wertvorstellungen – zu behandeln.

 

(Quelle: Sackett DL, et al.: Evidence-based medicine: what it is and what it isn’t. BMJ 1996: 312:71-72)